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Erfahrungsbericht

Freiwilligenarbeit in Ecuador

4 Monate am anderen Ende der Welt…unbeschreiblich!

Trotzdem werde ich versuchen, euch ein bisschen davon zu erzählen, auch wenn es kaum möglich ist, diese Erfahrung in ein paar Worte zu fassen…

Also, am 8. April saß ich im Flugzeug Richtung Ecuador. Ich konnte es selbst kaum glauben… Vor mir lagen erstmal vier Wochen Spanisch-Sprachkurs, während dem ich in einer Gastfamilie in der Hauptstadt Quito gelebt habe. Die Schule war super, die Lehrer total nett, kleine Gruppe, sodass man ziemlich schnell voran kommt und viel selber reden kann und wenn man Hilfe gebraucht hat, war immer jemand da. Man lernt so viel in so kurzer Zeit, im Gegensatz zu einem Sprachkurs einmal in der Woche hier in Deutschland. Und obwohl ich davor kaum ein Wort Spanisch konnte, hatte ich nach den ersten zwei Wochen meine ersten stundenlangen Gespräche mit meinen Gasteltern :-). Aber nicht nur deswegen hat es sich gelohnt, in diesen vier Wochen habe ich die ganze Stadt super kennen gelernt, hatte eine tolle Zeit mit den anderen Schülern und Einheimischen und wenn ich später noch ein paar Mal wieder gekommen bin, war alles ziemlich vertraut. An den Wochenenden sind wir dann durch die Gegend gereist, zum Cotopaxi, Otavalo, Banos… Also kann ich jedem nur empfehlen!

Meine nächsten 12 Wochen habe ich als Freiwillige in dem Naturreservat La Hesperia gearbeitet, das ca. 2 Stunden westlich von Quito liegt. Es liegt zwischen 1500 und 2000 Höhenmetern, umfasst eine Fläche von 814 Hektar und besteht aufgrund der Höhenunterschiede aus 3 verschiedenen Waldtypen, allgemein der „cloud forest“. Die Hauptziele des Reservates sind unter anderem die Erhaltung des existierenden Waldes, die Wiederherstellung degradierter Waldgebiete, es als IBA (Important Bird Area) zu erhalten, die Allgemeinheit über Umweltthemen zu informieren und nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben.

Wir, die Freiwilligen, haben dort den Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit geholfen. Das heißt zum Beispiel: Pflege des Gemüsegartens und des Medizingartens, Instandhaltung der Straße, der Zäune und der Wanderwege, Mithilfe bei der (Milch)Kuhhaltung und natürlich „Reforestation“. Aber das sind nur ein paar Beispiele, natürlich gibt es noch viel mehr zu helfen…

Aber natürlich kommt man nicht nur zum Arbeiten dort hin. Jeden zweiten Freitag hatten wir eine geführte Wanderung durch das Reservat, bei denen wir so viel über die Natur gelernt haben und so viel Spaß hatten. Jeden Mittwoch war „futbol-Wednesday“, alle haben sich zusammen meistens im Regen und mit Gummistiefeln beim Fußballspielen ausgepowert. Über den Lagerfeuern wurde Pizza, Fische und natürlich Marshmallows gegrillt, wir haben unsere Schokolade selbst gemacht (und mal gesehen wie viel Zucker eigentlich in normaler Schokolade steckt…) und unser Brot selbst gebacken, jedes Mal mit anderen Zutaten (interessant war das Schoko-Brot :-) und wer Lust auf Orangen hatte, ist in den Garten gegangen und hat sich welche vom Baum gepflückt. Die anderen Freiwilligen und die Mitarbeiter dort kennen zu lernen war genauso eine unbeschreibliche und interessante Erfahrung. Alle sind so tolle Menschen, auf ihre eigene Art und viele Freundschaften werden bestimmt noch lange weiter bestehen. Auch das einfache Leben im Freiwilligenhaus ist eine tolle Abwechslung zum Leben in Deutschland und man lernt erst so richtig zu schätzen, was es heißt, warmes Wasser, saubere Kleidung und eine Spülmaschine zu haben. ;-) Man hat so viel Zeit, über sein eigenes Leben nachzudenken und lernt eine Menge über sich selbst. Insgesamt sind die Erfahrungen, die man macht, wenn man eine Zeit lang wirklich in der Natur lebt, einfach unbeschreiblich.

An den Wochenenden hatten wir dann wieder Zeit durch Ecuador zu reisen und noch mehr vom Land kennen zu lernen. Wir waren zum Beispiel ein Wochenende in Cuenca, noch oft in Quito und am Strand, was alles total viel Spaß gemacht hat.

Der „cloud forest“ selbst ist wunderschön und wirklich jeden Einsatz wert. Ich habe faszinierende Schmetterlinge und Vögel gesehen (und es macht so glücklich, wenn man ein schönes Foto machen kann….:) ), Affen, die über einem durch die Bäume klettern, Puma-Fußabdrücke, jeden Abend Unmengen an wirklich interessanten Tieren wie Motten und Käfer, die von unserem Licht angezogen wurden (erst dort ist mir aufgefallen, wie man sich sogar über solche freuen kann und wie viele unterschiedliche Formen und Farben sie haben können…), Palmen, Bananenbäume, riesige Lianen, an den man fast wie Tarzan schwingen kann, eine natürlich entstandene Wasserrutsche, über die man (wenn man sich dann überwunden hat) in das eiskalte Wasser rutscht, faszinierende Bäume und Blüten und vor allem, was mich am meisten begeistert hat, die faszinierende Aussicht auf den scheinbar nicht endenden Wald.

Insgesamt kann ich jedem nur empfehlen, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und selber diese unvergessliche Erfahrung zu machen und damit zu helfen, die Natur dort zu erhalten…es ist wirklich jede Sekunde wert! :-)

Tanja B. (09.04. - 28.07.2012)

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letzte Überarbeitung: 02.08.2012