Global-Volunteers.de
 
   
 

Toms Blog

Das Internet-Tagebuch aus Ghana

Tom aus Stuttgart
Tom aus Stuttgart war von Anfang Januar bis April 2008 mit Global-Volunteers.de in Ghana. In regelmäßigen Abständen schrieb er seinen Freunden und uns über seine neuesten Erlebnisse in Westafrika...



08.01.2008; 10.01.2008; 14.01.2008; 17.01.2008; 22.01.2008; 05.02.2008; 11.02.2008; 17.02.2008, 21.02.2008; 28.02.2008; 08.03.2008; 10.03.2008;

 

 

Dienstag, 08.01.2008

Hey Leute,

bin gut in Ghana angekommen! Beim Flug lief soweit alles glatt, das Einchecken dann hier in Ghana war ziemlich stressig, zum einen, weil man ewig warten musste und zum anderen, weil man 10 Formulare ausfuellen musste, bis das Visum endlich akzeptiert wurde. Ich wohne jetzt hier mit momentan 3 anderen Frewilligen (heut und morgen muessten insgesamt noch 3 oder 4 kommen) bei ner netten Familie mit typischer Oma, die auch noch Big Mama genannt wird...die Stimmung hier ist insgesamt super, auch die ganze Atmosphaere ist extrem entspannt

Ansonsten ist die Umgebung extrem aermlich und durchaus sehr ueberrascht von uns Weissen...

Ansonsten ist es hier unglaublich heiss bzw. schwuel, ist echt kaum zum Aushalten...Dadurch wacht man automatisch schon um 6 Uhr auf (ich weiss, dass sich das bei mir niemand vorstellen kann), da es so warm und hell ist...ne Decke haett ich also gar nicht mitzunehmen brauchen...

Da ich dem ca. 6jaehrigen, der hier das Internet Cafe verwaltet, nicht noch mehr Geld in die Hand druecken will, machen wir uns wieder auf den Weg.

Ich melde mich die Tage! Macht's alle gut...Warme Gruesse aus Ghana,

Tom

 

 


Donnerstag, 10.01.2008oben


Maha (Kurzform von "Guten Tag")

me ho eye, mir geht es nach wie vor sehr sehr gut. Hier macht weiterhin alles riesigen Spass und es bleibt sehr spannend. Ich habe mich sehr ueber euere vielen Mails gefreut!!

Inzwischen sind wir Freiwilligen also vorerst komplett (erst in 3 Wochen werden neue Freiwillige zu uns stossen). Wir sind nun 4 Amerikaner und ich. Leider keine Europaeer, aber macht soweit eigentlich gar nichts, da wir uns echt super verstehen, ist echt ne nette Truppe...
So mein Fall sind sie in dem Sinne nicht, aber man arrangiert sich und vor allem mit einer verstehe ich mich doch extrem gut... Ono din de Laura. Wir haben auch schon beschlossen, dass wir beide unsere Wochenendtrips zusammen unternehmen, da die anderen uebers Wochenende wohl eher weniger verreisen werden... Ist wirklich ein sehr umgaenglicher Typ und ebenso wie ich leidenschaftlicher Bier-Trinker, was sie natuerlich extrem sympathisch macht... Deswegen haben wir das ghanaische Bier gestern auch gleich mal ausprobiert. Schmeckt sehr lecker, da es aber nur in 0,75l-Flaschen( kostet trotzdem umgerechnet gerade mal ca. 60 Cents in ner Bar)  erhaeltlich ist, es die heisseste Zeit des Tages war und ich auch noch ih  r halbes Bier getrunken habe, waren wir beide doch schon anch einem Bier ziemlich bedudelt...die Sprachstunde danach war dementsprechend witzig, da unsere Zungen dann doch lockerer waren als bei den Sprach- und Zungenuebungen der vorhergegangenen Stunden... Nach der Stunde sind wir natuerlich gleich losgezogen, um noch mehr Bier zu kaufen...Das haben wir dann auch getan, ohne die Dose genau anzuschauen... also hatten wir letzten Endes 10%iges daenisches Bier, das echt widerlich schmeckte und ungeniessbar war...

Sonst kann man die Tage hier nur geniessen, es ist traumhaft schoenes Wetter, dementsprechend wird hier nichts zu schnell gemacht, sondern alles sehr gemuetlich, was mir natuerlich sehr entgegenkommt (auch wenn ich nach wie vor jeden Tag um 6 Uhr morgens topfit bin). Die Abendstunden sind unglaublich schoen, eine unglaublich angenehme Waerme und eine angenehme Brise, die einen umgibt...wenn da nur nicht die Moskitos waeren...aber soweit passt das alles schon...

Was sanitaere Anlagen betrifft, muss man natuerlich einige Abstriche machen, d.h. beim Klo muss man nen halben Eimer Wasser hinterherschmeissen, duschen besteht aus nem Eimer Wasser, den man pro Tag zur Verfuegung hat, aber man kommt erstaunlich gut damit klar, weil es ja eh nicht anders geht (bzw. eine der Amerikanerinnen hat sich fuer eine Nacht in ein Hotel eingemeitet, weil sie unbedingt mal wieder ein Bad nehmen musste....)

Morgen geht's also nach Accra rein, um ne ghanaische SIM-Karte fuers Handy zu besorgen, wir werden auf den Bazar gehen und ins Museum.

Langsam scheint sich die Umgebung an uns zu gewoehnen, nichtsdestotrotz guckt und ruft man uns hier natuerlich auf Schritt und Tritt hinterher...Die Kinder (also hier auf der Strasse, nicht die aus dem Heim, in dem ich arbeiten werde) sind aber echt alle super und extrem herzlich...am liebsten wuerde ich alles, was ich fuer das Heim mitgebracht habe, gleich direkt auf der Strasse verschenken...

Ich sitz leider gerade an nem Pc, der keine USB-Schnittstelle hat, sonst wuerde ich euch gleich ein paar Bilder mitschicken...

So, ich denke, das ist zunaechst alles, was in den letzten Tagen passiert ist...

Macht's alles gut,

liebe Gruesse,

Tom

 

 



Montag, den 14.01.2008oben

Hey Ihr,

komme gerade direkt von der Schule, in der ich heute unterrichtet habe. Werd jetzt wohl anfangs immer abwechselnd einen Tag in der Schule und den naechsten im Waisenhaus sein.

Als der Amerikaner und ich heute dort ankamen, waren wir erst mal baff erstaunt, in welchem Zustand die Schule ist, ein nie zu Ende gebautes Haus, das wohl nicht mehr benutzt wird...die halb einstuerzende Treppe sieht aber doch enorm gefaehrlich aus, das Dach bildet eine grosse Plane, die sich alle 10 min loest und wieder neu fest gebunden werden muss... Das einzige, was uns gesagt wurd, war "Just teach them"... wir wussten weder, was sie schon wissen, noch hatten wir irgendwelche Buecher...Alles in allem war es recht schwer, da die Kinder zwischen 4 und 14 Jahren alt sind und dementsprechend natuerlich alle ein anderes Level haben, was die Sprach- und Mathe-Kenntnisse betrifft...ich denke, insgesamt gesehen haben wir uns ganz gut geschlagen, ie Kids und auch wir hatten eine Menge Spass...Bin sehr gespannt auf das Waisenhaus morgen, da mich das ja doch mehr reizt...

Ansonsten war uebers Wochenende viel los. Am Samstag sind wir um 6 Uhr los zum Shai Hill Nationalpark (7 Leute in 1 Opel). War wirklich interessant dort, erst haben wir Affen gefuettert, dann sind wir "klettern" gegangen, sind in Hoehlen voller Fledermaeuse rein und haben von weitem Antilopen beoabachtet. Danach ging's weiter zum Nationalmuseum, das ganz interessant war, aber fuer das wir im Allgemeinen doch nicht allzu sehr zu begeistern waren...Auf dem Kunst-Basar danach war das um einiges besser, allen voran Sandy und ich zogen los, handelten und liessen uns alles Moegeliche anbieten. Sandy gab daraufhin auch gleich mal um die 100 Ghana Cedi (ca. 100 Dollar) aus. Ich liess es eher ruhig angehen, da ich ja wohl noch des oefteren dort sein werde, ueberzeugte aber alle mit meiner Art zu handeln..Angestrebt wurd von unseren Betreuern, den halben Preis rauszuhandeln, ich entschied mich dann aber doch dafuer, dass meine Maxime ein Sechstel des Preises sein sollte, was auch ganz gut klappte... Nach dem Basar beuschten wir noch einen beruehmten Park in Accra, der der Unabhaengigkeit Ghanas gewidmet ist. Alles sehr schoen...Das Stressige an diesem Land ist aber, dass man egal wo, Sachen zum Kaufen angebiten bekommt. Egal, ob im Museum, im Supermarkt, aufm Basar (ok, klar, logisch), beim Spazierengehen, im Nattionalpark...wirklich ueberall sind Leute mit Schuesseln aufm Kopf und haben wirgendwas, was du unbedingt kaufen solltest...aufm Basar bin ich irgendwann echt laut geworden, weil's mir gereicht hat mit "Friend, let me show you" oder "Friend, come in...good price"

Sonntag ging's dann nach Aburi zum botanischen Garten, welcher wirklich wunderschoen ist...nach einem ausfuehrlichen Spaziergang sind wir dann dort noch essen gegangen (endlich mal wieder nen Burger) und dann weitergefahren zum Strand...Am Strand ist hier wirklich konstant Party angesagt, ueberall Bars, Musik, Taenzer, Akrobaten, Fussballer...also richtig cool eigentlich...nichts fuer romantische Stunden bei Sonnenuntergang, aber auf jeden Fall ein super Ort zum Party-Machen!! Hab dann mit unseren 3 Betreuern (Edem, Raphael und Gilbert) auch gleich noch gekickt...hat sehr viel Spass gemacht und irgendwann kamen 2 Typen mit Kamera, weil sie einen Werbespot drehen wollten...da haben wir natuerlich nich nein gesagt und jetzt ist es gut moeglich, dass wir im naechsten CocaCola-Werbespot in Ghana (extra fuer den Afrika-Cup) zu sehen sind...

Ach ja, am Samstag abend waren wir alle zusammen weg was trinken, war extrem witzig und scheinbar sind die Leute hier von meinem Tanz-Stil um einiges mehr angetan als in Deutschland!! Hab dann auch noch mit paar afrikanischen Kids getanzt, die es hier echt drauf haben, weil hier alle, sobald sie stehen oder laufen koennen, tanzen... Das Lustige war dann, dass 2 von denen heute in meine Klasse sassen... na ja, auch seine Lehrer muss man mal angetrunken erlebt haben...wir waren dann alle ganz gut dabei (wirklich nicht uebertrieben, dnekt nicht gleich alle wieder, dass ich mich abgeschossen oder blamiert hab)und sind zurueck zum Haus, um dort den Abend gemuetlich ausklingen zu lassen. Ja, Cornel, du hast recht.

Ich denke, das wars mal wieder soweit, um euch auf dem Laufenden zu halten, ich muss mich erneut fuer eure vielen Mails bedanken, freut mich immer sehr!!

Werde jetzt dann Waesche waschen muessen, aber BigMama hat versprochen hat versprochen mir zu helfen, also wird das schon werden...Esst n paar Doener oder Burger fuer mich mit, ich kann Reis und Bohnen langsam wirklich nicht mehr sehen...

Gilbert hat sich vorgenommen, mich vom Rauchen abzubringen, da ich mal erwaehnte, dass es hier eigentlich ne gute Moeglichkeit waere mim Rauchen aufzuhoeren...Deswegen wird er mich morgen um 5:30 Uhr wecken, damit wir joggen gehen...Heut Abend werden wir wahrscheinlich noch n Basketball-Platz aufsuchen gehen, wenn ich ihn richtig verstanden habe (geht bei deren grausamen Englisch ab und zu mal n bisschen schief)...

So weit so gut, ich wuensch euch was...

Liebe sonnige Gruesse,

Tom

P.s.> Hab n Internat-Cafe mit USB-Anschluss gefunden, das ist aber in der Stadt drin, deswegen kann ich nich sagen, wann ich das Naechste Mal dahinkomm...

 

 


Donnerstag, 17.01.2008oben

Hey Ihr,

ich melde mich nun schon wieder. War die letzten 2 Tage im Waisenhaus und heute wieder in der "Schule"... Also die Arbeit im Waisenhaus ist echt angenehm, kicken mit den Kleinen, lernen (sind unglaublich wissbegierig und lernen nun sogar deutsch), malen usw. Die Schule hat sich fuer jeden als eher abschreckend herausgestellt, jedoch werden sich der Ami und ich (nachdem wir unsere "Probleme" gestern Abend beigelegt haben) vorwiegend um die Schule kuemmern, da es mit Abstand mehr Herausforderung darstellt als das Waisenhaus und ich auch das Gefuehl habe, dass die Hilfe dort dringender ist....ich habe noch nie so lange Tage erlebt wie die in der Schule, die Zeit will einfach nicht voruebergehen, aber das wird sich wohl mit der Zeit auch geben...Ansonsten ist es natuerlich weiterhin schwierig die kleinen Kids fuer so lange Zeit bei Laune zu halten, deswegen nehm ich mir nun die Freiheiten, sie immer mal wieder mit in den Hof zu nehmen (nicht wegen der frischen Luft, da wir weder D  ach noch Tueren/Fenster haben, haben sie frische Luft genug), damit wir Spiele spielen koennen, sie abgelenkt sind und sich austoben koennen....Werd morgen hoechtswahrscheinlich auch mal die Kamera mitnehmen und paar Fotos machen von den Kleinen...einer kam heute zu mir und hat mir erklaert, dass ich ihm n Fahrrad kaufen soll. Ich hab ihn dann gefragt , wie er darauf kaeme, dass ich ihm ein Fahrrad kaufe und er meinte nur "ich mag Fahrraeder"...und so denken eben die meisten hier, dass es ganz normal ist, dass wir mordsmaessig viel Sachen verschenken, Geld wie Heu haben usw. deswegen hab ich auch noch nichts von meinen Sachen rausgegeben, damit ich sicher sein kann, dass sie mich auch erst mal so moegen und nicht nur wegen der Dinge, die ich hab (die Amis haben aber auch tausend Sachen dabei, das ist der Hammer...)...

Ansonsten wurden wir bei einem unserer kleineren Trips von der Polizei angehalten, weil 7 Leute in 1 kleinen Auto selbst hier nicht erlaubt sind. Sah anfangs alles unglaublich ernst aus, mit 5 Ghana - Cedis (4,50 Euro ca.) war das Ganze aber auch schon geregelt und wir mussten 10 Polizisten die Haende schuetteln und erzaehlen, woher wir kommen usw. , war echt witzig!!

Am Wochenende fahren nun die 3 Amis und ich zum Volta-See hoch, werden dort von Samstag auf Sonntag uebernachten, um dann sonntags ne kleine Bootstour auf dem Volta-See zu machen. Dieses Wochenende kommen auch noch weitere Freiwillige, unter anderem auch mein Zimmernachbar fuer den Rest meiner Zeit. Hab deswegen heute schon mal alles aufgeraeumt und gekehrt, da ich ja hoechstwahrscheinlich nicht da bin, wenn er ankommt und ja alles ordentlich sein soll.

Das mit dem Joggen lassen wir inzwischen wieder, da wir es zwar durchgezogen haben, aber wir beide gestehen mussten, dass es das fruehe Aufstehen und den Stress nicht wert ist ;-) Das mit dem Rauchen ist weniger, auch aufgrund gewisser Beschaffungs-Probleme, habe jetzt also schon seit ca. 26 Stunden keine Zigarette mehr geraucht, da ich keine mehr habe und wohl vor Samstag auch keine mehr bekommen werde, was mich aber nicht unbedingt missmutig stimmt...aufhoeren werde ich wohl nicht, aber weniger wird es wohl sicher werden...

Also dann muss ich jetzt erst mal bei meinem "Brother" was futtern gehen, der hat seinen Laden hier gleich um die Ecke und macht echt super und vor allem echt billiges Essen...

So viel  von mir,

ich wuensch euch was,

Tom

 


Dienstag, 22.01.2008oben

Hey Ihr,

also es gibt mal wieder viel zu berichten:

Uebers Wochenende waren wir auf unserem Trip zum Volta-See. Wir, d.h. Laura, Rory, Ally, Sandy (sie war nur bis zum Nachmittag dabei) und ich. Wir sind morgens um 7 Uhr los, damit wir rechtzeitig in Akosombo ankommen. Auf dem Weg dorthin hatten wir mal wieder Probleme mit der Polizei, da unser Busfahrer keinen Fuehrerschein hatte. Nachdem aber Polizist und Fahrer ein Stueckchen miteinander gelaufensind und erstaunlich oft die Haende geschuettelt haben, gings aber weiter. Dort angekommen, gings am Staudamm (einer der groessten der Welt)direkt weiter aufs Boot. Nach 2 h schoener Fahrt auf dem Volta-See sind wir auf der Insel Dodi angekommen, von der wir uns doch mehr erhofft hatten. Letzten Endes war es ne kleine Insel, auf der es einfach nichts gab ausser einem Haus 50 kleine Kinder, die einem die Hand halten und tanzenund alles Moegliche, um ein wenig Geld zu bekommen...Wir hatten auch nur 45 min Aufenthalt, dann gings schon wieder zurueck. Haben auf dem Schiff viele Leute kennengelernt, wir hatten ne Live-Band an Bord (die Afrikaner tanzen, wo sie nur koennen) und super Essen, das im Preis enthalten war. War also ne sehr gesellige Fahrt mit super Stimmung, gutem Essen und dem ein oder anderen Bier.

Wieder an Land haben wir uns erst mal auf die Suche nach nem Hotel gemacht, haben dann auch eins gefunden, das noch n Zimmer frei hatte und direkt am Wasser gelegen war und haben dann dort zu viert in nem Zwei-Bett-Zimmer geschlafen. War unglaublich spabnnend fuer uns alle, mal wieder richtig duschen zu koennen!! Abends sassen wir dann gemuetlich beisammen, haben gut gegessen und getrunken. Sind dann ein wenig am Fluss spazieren gegangen (incl. Alligatoren und Affen) und haben dann ne nette Tanz-Bar - sorry, Lisa - ne Lounge gefunden. Haben da auch ein paar vom Schiff wieder getroffen und so verlief der Abend recht redselig und opffen, da destillierter Palmen-Wein (aehnlich wie Obstler irgendwie)der absolute Renner war. Dementsprechend lustig sind wir zum Hotel zurueck und sind dann alle beim FIlm gucken eingeschlafen.

Am naechsten morgen war ich trotz des Alkohols vom Vorabend um 6 Uhr auf den Beinen (ist echt komisch hier!!) und hab den Sonnenaufgang am Fluss beobachtet. Hab mich dann sehr lange undsehr gut mit einem der Kellner unterhalten, bis wir zu dem Punkt kamen, an dem er meine Adresse haben wollte. Nachdem ich ihm keine Auskuenfte darueber gab und er irgendwann endlich aufgab, danach zu fragen oder mich zu ueberzeugen, war es nur noch eine Frage von Minuten, bis unser Gespraech beendet war.

Nach ausgiebigem Fruehstueck am Fluss sind wir dann noch ein bisschen am Fluss entlanggeschlendert und sind dann schliesslich die Heimreise angetreten. Zurueck in Accra, war die Hoelle los aufgrund dessen, dass das Eroeffnungsspiel zum Afrika-Cup an diesem Tag in Accra statt fand. Die anderen sind direkt weiter nach Techie (ist der Ort, wo wir wohnen bzw. genauer Tabibi-Ano). Ich bin aber in der Stadt geblieben, weil mir die Party-Stimm7ung zu sehr zugesagt hat und mich an VfB-Meisterschaftsfeier und WM-Feeling erinnert hat. Hab mich dann eingedeckt mit Ghana-Shirt, Hut und Flagge und bin auf gut Glueck losgezogen. Vorm Stadion hab ich sogar nich einen gefunden, der mir n Ticket verkauft haette, aber 40 Cedi waren mir doch zu teuer.Hab dann 3 Ghanaer getroffen, mit denen ich zum "National Theatre" bin,wo das Spiel auf Grossleinwand gezeigt wurde. Wir sind dann aber nur zu dritt rein, da der Vierte erwartet hatte, dass ich ihm denEintritt zahl,dafuer, dass er mich hinfuert und dann wuetend verschwunden ist, nachdem ich nicht fuer ihn zahlen wollte...

Da drin ging dann wirklich mordsmaessig Partz, alle aufgestylt in Ghana-Farben, tanzend, singend und johlend. War echt ne bombige Atmosphaere und so war es n echtes Highlight, das Spiel in der Gruppe mit anzuschauen. Zuerst n paar skeptische Blicke, da ich der einzige Weisse war, nach dem 1. Tor aber war das vergessen und wir haben alle zusammen gefeiert.

Heute und gestern stand wieder Schule auf dem Programm, was sich soch als sehr stressig und nervenaufreibend erweist. Die einzigen Tips, die wir vom Direktor bekommen (der wirklich unglaublich nett und fuersorglich uns gegenueber ist, also keinen falschen Eindruck gewinnen), sind Saetze wie "Beat the shit out of the children" oder seine Versuche, die Klasse ruhig oder zum Lernen zu kriegen "When I ask you tomorrow and you don't know (ja er spricht auch kein gutesEnglisch), I will kill you". Das macht es fuer uns nicht gerade einfacher, man muss aber auch sagen, dass die Kids nichts anderes kennen und man mit Strafen (nicht mit schlagen) arbeiten muss, um sie im Zaun zu halten!!

Basketball hab ich hier immer noch nicht gespielt, wird die naechsten Tage auch endlich mal auf dem Programm stehen.

Ansonsten vermiss ich die Leute in Deutschland, auch wenn hier alles unglaublich viel Spass macht undauch die Leute echt total in Ordnung sind.

Also, ich freu mich auf weitere Mails von euch,

bis dahin,

liebe Gruesse,

Tom



Dienstag, 05.02.2008oben

Hey Ihr,

habe mich mal wieder motivieren koennen, den langen Weg zum Internet-Cafe zu laufen, da ich zur Zeit doch sehr kaputt bin die Woche ueber und am Wochenende immer Programm ansteht. Ausserdem ist es immer stressig hjier so lange Strecken zu laufen, da sich auch nach 4 Wochen hier niemand an uns zu gewoehnen scheint...und ich muss ehrlich zugeben, dass mir die konstanten "o Bruni, o Bruni" (bruni = Weisser) - Rufe doch auf die Nerven gehen...Also egal, wo man hingeht, man kann hier absolut nirgends unbeobachtet und in Ruhe laufen, da man einfach ueberall gewissermassen eine Sehenswuerdigkeit ist, vor allem natuerlich hier in einem Vorort, wo Weisse nicht allzu oft gesehen werden...

Am Wochenende waren Laura, Rory, Ally, Trey (aus Seattle), Nathalie (aus Zuerich) und ich in Cape Coast! Hat alles gut geklappt mit Bus-Fahrt und Hotel und wir sind dann gleich mal die Stadt erkunden gegangen. Alles in allem sehr schoen da, alles direkt am Strand, mehrere Burgen, typischer Hafen und eine Menge Hoch- und Runter-Gelaufe. Wir waren also relativ lange in der Stadt unterwegs, bis um 18 Uhr ca. und sind dann zurueck ins Hotel, um zu duschen und uns zu richten. Die Dusche hatte absolut jeder noetig, da es dort trotz Meer-Brise noch heisser war als hier und meine Hose nach ca. ner halben Stunde nicht mehr oliv gruen sondern schwarz war, weil sie komplett scheissdurchtraenkt war...

Abends sind wir dann in ne Bar direkt am Strand, die von einem Deutsch-Tuerken betrieben war. Demenstprechend hab ich vollkommen euphorisch einen Doener Kebap bestellt, der sich dann doch als grosse Enttaeuschung herausstellte... Dort haben wir dann Abend echt genossen und sind gegen Mitternacht in die Stadt zurueck gelaufen und dort auf ne Party...Nach 30 min hat sich dann rausgestellt, dass es eine Art Schul Party war und wir raus mussten, nachdem wir uns schon gewundert hatten, warum alle so jung aussehen...Wir sind dann ins Hotel zurueck und haben dort den Abend gemuetlich ausklingen lassen. Am naechsten Tag stand dann die Besichtigung der Sklavenburg an, die sich wirklich lohnte, da unser Fuehrer mit Leib und Seele bei der Sache war, uns Weissen klar zu machen, welche Verbrechen wir an seinen Bruedern veruebt haben.

Danach sind wir in einem Restaurant direkt am Strand essen gegangen und dann zurueck zum Hotel, um unsere Sachen zu holen. Rory und Ally sind gleich in Cape Coast geblieben, da sie von dort aus ihre Rundreise starten wollen und Laura, Nathalie, Trey und ich sind wieder zurueck nach Accra. Wir kamen waehrend des Viertelfinal-Spiels Ghana - Nigeria hier an und hatten die Fahrt ueber im Bus schon maechtig Party, da der gesamt Bus dem Radio lauschte und bei jeder Mini Chance aufschrie und mitfieberte...Fast die gesamt 2. Halbzeit konnten wir dann doch noch im Fernsehen sehen und danach war hier natuerlich die absolute Hoelle los...Nach dem Tor von Agogo hatte man hier das Gefuehl, dass die ganze Welt jubelt, so geschallt hat es hier aus allen Richtungen...Dementsprechend lang hat dann Haly (neue Freiwillige aus Kanada) vom Flughafen her gebraucht, da die Strassen komplett dicht waren...

Montag Morgen ist dann auch Laura abgereisst, da sie noch 3 Wochen weiter noerdlich arbeiten wird, sodass nun nur noch Haly (sehr mitteilungsbeduerftige Kanadierin), Kelly (Mormonin aus Salt Lake City), Trey (Wannabe-Ueberlebenskuenstler und dank Erste-Hilfe-Kurs ja quasi schon Fast-Arzt aus Seattle), Nathalie (Sozialarbeiterin aus Daenemark/jetzt Schweiz) und ich uebrig sind. Bin deswegen ein bisschen enttaeuscht, dass gerade die 3, mit denen ich mich so unglaublich gut verstanden habe, weg...Fuers Wochende ist schon geplant, dass ich Freitag Abend mit Koku (der Koordinator und "Boss" des Ganzen hier) in die Disco gehen werde und samstags werde ich zu Laura fahren, um sie zu besuchen und Sonntag Abend wieder zurueck kommen.

Dadurch, dass Rory ja nun weg ist, bin ich zur Zeit alleine in der Schule, was natuerlich doch sehr anstrengend ist, immer zwischen 2 Klassen hin- und herzurennen und versuchen alle bei Laune und konzentriert zu halten und auch selber noch konstruktiven Unterricht zu halten. Ausserdem bleib ich nun immer ein wenig laenger, um noch im Hof zu arbeiten, um die Schule ein bisschen kinderfreundlicher und ungefaehrlicher zu gestalten...Dadurch ist es natuerlich nochmal um einiges anstrengeder als zuvor, erfuellt mich aber auch mehr, gerade die physische Arbeit hatte mir doch sehr gefehlt...

Letzte Woche hatten wir eine Schlange in der Schule, das war dann doch ein eher grosses Highlight!! Wir gingen dann den Anweiseungen des Direktors nach, der uns auftrug, Steine auf die Schlang zu werfen, damit sie sich bewegt und er drauf einschlagen kann (die Logik ist nicht ganz ersichtlich, da sie in der Ecke in der Falle sass und ein bewegliches Objekt um einiges schwerer zu treffen ist als ein bewegliches). Nichtsdestotrotz taten wir wie uns gesagt und die Schlange floh unter den naechsten Haufen Steine, auch wenn der Direktor alles gab, um sie zu treffen (auch wenn eigentlich keine qitzige Situation lach ich mich auch jetzt noch beim Schreiben kaputt, wenn ich daran denke, die ein ca. 55 Jaehriger alter Mann, sehr duerr und mit zu grossen Schuhen, einer Schlange hinterherrennt, nicht mal annaehernd ihre Naehe trifft, sondern mit seinem Holz 3 m weiter den Boden schlaegt, kurz davor ist zu stolpern und man konstant erwartet, dass er vollends faellt und er konstant aus seinen Schuhen schluepft, womit die Gleichgewichtsstoerungen womoeglich  zu erklaeren sind...).Das hatte dann also alles nicht so hingehauen und was dann kam, haette aus einem alten italienischen Western stammen koennen. Die Tor ging auf, ein fremder Mann, barfuss, mit Zahnstocher zwischen den Zaehnen und in zerrissenen Jeans-Shorts trat ein und fragte "Snake?" ("Schlange"). Wir: "Yes". Er: "Where?" Wir zeigten auf den Steinhaufen und ohne ein weiteres Wort ging er zum Steinhaufen und fing an Stein fuer Stein abzutragen. Bei allem, was er tat, wirkte er mehr als nur gelassen und ruhig. Als dann die Schlange zu sehen war, schien aber irgendwas in ihm zu explodieren., dass er zurucksprang, das Holz, das er hatte, so oft die Steine haemmerte (ohne die Schlange auch nur zu streifen), sodass es in 20 Teile zerbrach und nicht mehr zum Schlangentoeten zu gebrauchen  war. Daraufhin griff er in der Eile zum Gehstock des Direktors und pruegelte damit weiter auf Steine und Schlange ein und toetete sich tatsaechlich Schluss endlich doch noch. Den Gehstock schmiss er in die Ecke, zeigten stolz die tote Schlange, liess sie fallen und ging ohne ein weiteres Wort...Daraufhin liess der Direktor 2 Jungs Schaufle und Holz holen, sodass die Schlang im naechsten Busch verbannt werden konnte. Lustig war noch wie der Direktor ungefaehr 30 mal auf den Kopf der Schlang einschlug und nicht mehr aufhoerte, um den Jungs, die doch sehr aengstlich waren aufgrund dessen, dass der Schwanz der Schlange sich weiterhin bewegte, zu zeigen, dass die Schlange tatsaechlich tot ist ("Look! It's dead! Look! Don't be scared! Look! She's dead.....!"). Nachdem die Schlange dann verbrannt war und Rory und ich nach Hause gingen, wurden diese beiden 12 Jaehrigen Jungs gerade damit beauftragt mit 3 Flascchen Kerosin und Streichhoelzern ausgestattet, die Buesche nebenan niederzubrennen, da von dort ja immer die Schlangen kommen...Das hat uns dann doch sehr irritiert, aber ich kann auch euch beruhigen: Es steht noch alles, nur das Feld neben der Schule ist nun mehr schwarz als sonst irgendwas...

Ausserdem sind nun ein paar Bilder online. Wie gesagt, nur wenige...und auch nicht gerade viele von mir, aber die anderen haben echt super Bilder, die werde ich euch halt erst zeigen koennen, wenn ich wieder da bin...Aber um einen Eindruck von hier zu gewinnen, sind sie bestimmt nicht allzu schlecht...Sehen koennt ihr sie auf: http://tom-vill.magix.net .

Soviel von mir. Ich wuensch euch was!!


Tom

 


Montag, 11.02.2008oben

Hey Ihr,

also mal wieder ein Bericht vom Wochenende:
Bin Samstag morgen mit dem Tro-Tro in Richtung Ho aufgebrochen. Das hat auch alles wunderbar geklappt und in Ho angekommen, hat es nicht lange gedauert, bis ich Laura gefunden hatte, was doch schwieriger war, weil mein Handy-Akku den Geist aufgegeben hatte, sodass ich ihr zwar schreiben konnte, wann ich ankomme, indem ich mir das Handy meines Nebensitzers lieh, aber nicht wusste, wo sie auf mich warten wuerde. Gott sei Dank findet man Weisse hier immer realtiv schnell und einfach!!

Wir sind dann eine Weile durch Ho spaziert, sind gut essen gegangen und haben uns den Markt angeschaut, der zwar wirklich riesig ist, auf dem aber letzten Endes insgesamt 5 verschiedene Gemuese angeboten werden, von denen eben jeder Stand 2 oder 3 hat.

Wir sind dann gegen Abend weiter Richtung Norden nach Hohoe, welches die Heimatstadt von unserem Fahrer, Big Mama und dem Grossteil derer, die sich um uns kuemmern, ist. Dementsprechend wussten wir bereits alles, was man wissen muss, um dort zurecht zu kommen und wo das billigste, aber dennoch nette Hotel zu finden war. Big Mama war uebers Wochenende auch in Hohoe, sodass sie uns abends noch besuchte und uns ihre Schwester und Gilberts Bruder vorstellte, was alles sehr nett war. Mit Robert (Gilberts Bruder) vereinbarten wir dann auch gleich einen Treffpunkt fuer den naechsten Morgen, damit er uns zu den Wli-Wasserfaellen bringt und uns ein wenig herumfuehrt. Danach sind wir noch in eine Bar, die uns Gilbert empfohlen hatte, auch deswegen, weil er den Besitzer kennt, der dann auch dementsprechend erfreut war, Freunde von Gilbert in seiner Bar zu haben! War ein netter Abend, der aber nicht zu weit in die Nacht hineinging, da wir doch relativ muede und erschoepft vom vielen Laufen und herumreisen waren.

Am naechsten Morgen holte uns Robert dann wie versprochen ab und wir machten uns auf den Weg zum Wasserfall. Dort angekommen laeuft man erst mal 45 min durch eine Art Urwald und kommt dann zu einem wirklich schoenen Flecken, wo der Wasserfall (der hoechste in Westafrika) vom Berg (Grenze zu Togo, d.h. die andere Seite des Berges gehoert zu Togo) in ein Becken faellt, in dem man baden gehen kann. Wir sind dort ein Weilchen geblieben und haben es sehr genossen, da es wirklich mal wieder unglaublich heiss war!! Nachdem wir wieder zum Ausgangspunkt zurueckgekehrt waren, gingen wir in dem naechstgelegnen Hotel essen, das von einem deutschen Ehepaar betrieben wird. Dort standen dann auch gleich 2 Wohnmobile mit typisch deutschen Beuschern. Das Ehepaar erinnert doch sehr an die Hippie-/68-er-Generation, war aber insgesamt wirklich sehr nett.

Danach gings zurueck nach Hohoe, um noch mehr von Big Mama's Familie kennenzulernen. Wir sind dann noch ein bisschen durch Hohoe geschlendert und sind in ein paar Cafes gegangen. Danach gings wieder zur Tro-Tro-Station und Laura fuhr zurueck nach Vakpo, waehrend ich wieder nach Ho zurueckkehrte, wo ich heute auch die Nacht verbracht habe. Bin also momentan immer noch in Ho, werde mich hier nochmal ein wenig umsehen, womoeglich ein wenig shoppen, dann nach Fume (je nach Zeit womoeglich noch nach Alavanyo) auf den Markt und von dort aus wieder zurueck nach Accra.

So, ich muss jetzt los, sonst schaff ich meine ganzen Stationen nicht mehr!!
Ich wuensch euch was,

Tom

 

 


Sonntag, 17.02.2008oben

Hey!

Die letzte Woche ging es ein wenig ruhiger zu. Habe am Montag noch eine Weile in Ho verbracht undbin dann noch ein wenig rumgereist. War alles sehr schoen und hat viel Spass gemacht. Wieder in Accra angekommen, habe ich mich mal in der Accra Mall - ein riesiges Einkaufszentrum im amerikanischen Stil - umgesehen. War schoen, mal wieder ein paar Sachen, die man hier doch vermisst, zu finden. So habe ich unter anderem eine Flasche Bordeaux und ein paar Dosen Becks gefunden (ja mir faellt auch auf, dass sich ein grosser Teil meiner Mails um Alkohol handelt). Die Woche verlief recht entspannt und da ich koerperlich nicht ganz auf der Hoehe war, passierte auch nicht allzu viel. Zurzeit ist es hier auch nochmal eine Spur heisser als zu Beginn...Trey hat mit seinem Thermometer tagsueber mal um die 37 Grad Celsius gemessen und auch nachts im Zimmer hatte es noch zwischen 30 und 32 Grad. Deswegen ist es zurzeit wirklich schwer, ohne Ventilator zu schlafen.
Am Freitag Abend waren wir alle in einer Bar namens "Next Door", die direkt am Strand gelegen ist und eine Live-Band hat. Dort haben wir einen gemuetlichen Abend verbracht und auch gut gegessen. Zurueck zu Hause haben wir noch in gemuetlicher Runde geplaudert. Ich bin dann zu Bett gegangen, als es mir zu viel wurde mit "You're not just a friend, you're my brother" usw. Alles in allem aber doch recht witzig.
Am Samstag sind wir in Shangri-La-Hotel, um einen weiteren relaxten Tag mit Pool und gutem Essen zu verbringen. War wirklich sehr entspannend und hat echt gut getan. Danach habe ich Laura von der Bus-Station abgeholt, da sie uebers Wochenende in Accra ist. Um diese Zeit ist leider auch Nathalie abgereist, was mich natuerlich doch sehr traurig stimmt, nicht, weil ich niemanden mehr zum Deutsch reden habe, sondern vielmehr deswegen, weil sie die letzte Normale und mir eine grosse Unterstuetzung war. Die Gespraeche werden mir fehlen.
Gerade sind wir wieder in Accra im Internet-Cafe, nachdem ich die Amis vorfahren habe lassen, um dann alleine nachzukommen, um unter 1 Cedi zu bleiben und nicht dank ihrer Verhandlungskuenste 5 Cedi aermer zu sein.

Ich muss sowieso sagen, dass der Umgang mit den Tro-Tros hier immer besser wird und ich langsam das Gefuehl habe, mich ein wenig auszukennen und zu wissen, wie ich wohin kommen kann. Da kommt einem aber natuerlich auch die Freundlichkeit der Leute hier sehr zu gute, da man so gut wie jeden auf der Strasse einfach fragen kann, der einem dann freundlich und geduldig den Weg erklaert. Heute sollten noch ein paar weitere Freiwillige kommen und mal wieder heisst es Daumen druecken, dass normale Leute kommen.

Morgen hat Trey Geburtstag. Gloria (unsere Gast"mutter") und ich haben einen Kuchen fuer ihn bestellt, den wir nacher abholen werden. Ich hoffe, das wird eine freudige Ueberraschung und vielleicht feiern wir auch, damit mal wieder ein bisschen Schwung in die Bude kommt... Ausserdem sind 2 oder 3 weitere Bilder online ( http://www.tom-vill.magix.net/ ) So viel von mir, lasst mal wieder was von euch hoeren!! Ganz liebe Gruesse,

Tom

 

 


Donnerstag, 21.02.2008oben

Hey Ihr,

also diese Woche war insgesamt echt unglaublich ergiebig. Am Montag haben wir mordsmaessig Trey's Geburtstag gefeiert. Wirklich alle waren absolut in Party-Laune, d.h. Trey, Hayley, Laurin, Kate und ich von den Freiwilligen und Gilbert, Melody, Tina, Gloria, Big Mama und Anni von unseren Betreuern. Lief dann darauf hinaus, dass wir bis um 4 in der Nacht getanzt und gelacht haben und einfach ne super Zeit hatten!!

Des weiteren hat mich der Direktor zum Vizedirektor der Schule ernannt (ist nicht schwer als einziger Lehrer, der laenger als 1 Woche da ist, aber war auch mehr symbolisch). Habe nun endlich mal wirklich geplant und mir was ueberlegt und habe jetzt alle Verantwortlichen dazu bekommen, mir freie Bahn zu geben, sodass Trey, der Direktor und ich naechste Woche mit einem gemieteten TroTro erst zum Strand (der Strand ist nur 15 min entfernt und trotzdem war kaum eines der Kinder je am Meer), dann zum Kwame-Nkruma-Circle und in den Memorial Park fahren werden. Alle waren anfangs etwas skeptisch, doch nun sind alle vollkommen begeistert und motiviert. Der Direktor war anfangs nicht wirklich begeistert, vorgestern aber fragte er mich dann, ob er auch mit duerfe (ganz versteckt "Oh you want me to come with you?", obwohl ich gefragt hatte, wie wir die Kinder auswaehlen) und unglaublich gluecklich war, als ich ihm zu verstehen gab, dass ich mich sehr freuen wuerde, ihn dabei zu haben. So haben wir nun also nicht nur - wie anfangs - 8 Kinder, die mit duerfen, sondern nun gehen wir ploetzlich mit 23, was mich sehr gluecklich und doch auch ein bisschen stolz macht.

Ausserdem wurde ich zum Mann des Hauses von unerer Betreuer-Familie erwaehlt und bin nun sozusagen der Mediator zwischen beiden Seiten, da es die letzte Zeit doch immer wieder Probleme gab. So werde ich seit 2 Wochen auch immer mit ins Zimmer gerufen, wenn die Verantwortlichen ueber die Freiwilligen diskutieren und beratschlagen, was unternommen wird. Ausserdem steht mir dank meiner Rolle nun auch immer zu als Erster zu schoepfen, was ich nicht wahrnehmen wollte, worauf unsere Gastfamilie aber doch Wert legt und schaut, dass sich auch die anderen Freiwilligen dem "beugen".

In der Schule ist es zur Zeit noch anstrengender, da ich Kate mit in der Schule habe und somit die Haelfte meiner Arbeitszeit ihr gewidmet ist, indem ich ihr helfen muss, tausend Fotos von ihr und den Kids machen muss (sie hatte nach 3 Tagen mehr Fotos als ich in meinen sechseinhalb Wochen, die ich hier bin) und ihre Klasse im Griff halten muss. Insofern bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Woche den Kids allzu viel geholfen habe, da meine Mitstreiterin bei weitem hilfsbeduerftiger war. Ich bin aber gestern mit den bisschen aelteren Jungs losgezogen, um hier in der Gegend Holz und Wellblech zusammenzusammeln, um daraus unser Dach fuer die Regenzeit zu konstruieren, da wir ja nach wie vor weder Dacht, noch Tueren, noch Fenster haben.

Morgen gehts morgens nach Kumasi, wo ich mich mit Rory, Ally und Laura treffen werde. Eigentlich war der Plan, alleine zu reisen, nun haben sich aber kurzfristig noch Trey (mit dem ich inzwischen echt gut auskomme und die meiste Zeit super versteh) und Kate angeschlossen, wozu ich natuerlich auch nicht nein sagen konnte, also werden wir wohl wieder eine relativ grosse Gruppe sein, was mich zuversichtlich stimmt, ein schoenes Wochenende verbringen zu werden.

Zur Zeit haeng ich die meiste Zeit mit Hayley aus Kanada rum, die wirklich zu einer super Freundin geworden ist. Wir haben die letzte Nacht auch draussen im Hof geschlafen, da wir mal wieder einen Stromausfall hatten und man zur Zeit schwer ohne einen Ventilator in einem geschlossenen Raum verweilen kann. War insgesamt sehr witzig und wirklich angenehm. Heute sind wir zu zweit losgezogen, da man selbst zusammen einfach mal Pause von den anderen Frewilligen braucht...

Soweit so gut, ich denke, das wars mal wieder,
Ich wuensch euch was,

Viele liebe Gruesse,

Tom

 

 


Donnerstag, 28.02.2008oben

Hey alle zusammen,

letztes Wochenende stand Kumasi auf dem Programm. War sehr schoen, Rory, Ally und Laura wiederzusehen. Am Tag darauf sind wir alle auf den Markt, wobei ich alleine losgezogen bin, da ich doch viel Zeit brauche und nicht gehetzt werden will. Habe auch kraeftig zugeschlagen, wobei Kunst und Schmuck weiterhin eher enttaeuschend sind, interessant waren eher Hosen, gefaelschte Guertel und dergleichen. Dementsprechend geschlaucht waren wir dann am Abend, sodass wir alle doch sehr frueh ins Bett gingen. Am Sonntag haben Hayley, Laura, Rory, Ally und ich uns nochmal getroffen, um einen schoenen letzten gemeinsamen Abend zu verbringen. War auch sehr schoen und es wurden reichlich E-Mail-Adressen und Nummern ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben.


Am Mittwoch - also gestern - hatten wir nun endlich den lang ersehnten Ausflug mit den Kids. Es lief alles unglaublich glatt, was ich hier wirklich nicht erwartet hatte. Der gemietete TroTro kam (puenktlich!!), das Essen war (rechtzeitig!!) fertig und die Kids alle total aufgeregt und ihren besten Kleidern. Alles in allem waren wir nun 29 Kids, der Direktor, Trey und ich. Nachdem wir alle im TroTro verstaut hatten, gings los zum Strand. Dort verbrachten wir lange Zeit, da die Kids wirklich unglaublich viel Spass hatten und es fuer die meisten das erste Mal am Strand war. Nach vielen Spielen, viel Geplantsche und Sand-Gewerfe brachten wir sie endlich dazu, sich zu waschen und bereit zu machen fuer die Weiterreise. Kurz bevor wir gingen, traf ich noch 2 deutsche Flugbegleiterinnen der Lufthansa. Wir sprachen ueber das Waisenhaus und sie versprachen mir, etwas an der Rezeption zu hinterlassen, da sie bisher niemanden gefunden hatte, dem sie getraut hatten, dass die Sachen auch dort ankommen, wo sie sie haben wollen...Auf dem Rueckweg des Trips also bekam ich dort 3 Tueten mit Klamotten und Schuhen. Der Direktor war uebergluecklich und heute konnte ich die Kids schon damit rumrennen sehen. Des weiteren war ein Brief hinterlegt mit e-Mail-Adresse etc. und der Bitte, Kontaktdaten zu schicken, damit die Schule womoeglich in dieses Programm mit aufgenommen werden kann. Wenn das klappt, waere das natuerlich riesig. Habe schon alle Kontaktdaten durchgegeben und hoffe nun, dass das alles glatt geht.

Der naechste Halt war das Arts Centre. Auch dort waren wir willkommen und lernten eine Menge Leute kennen und die Kids waren fasziniert von den hoelzernen Tier- und Menschen-Figuren.

Vom Arts Centre aus liefen wir (der Direktor in seinem Hochzeitsanzug (Schlaghose) vorneweg, dahinter Kinder in allen moeglichen Farben (wir sind die einzige Schule ohne einheitliche Schuluniform, wir haben nur die Uniformen, die an anderen Schulen nicht mehr gebraucht werden, also 5 verschiedene Schuluniformen, weswegen wir uns dazu entschieden haben, sie in ihren eigenen Kleidern kommen zu lassen) und Kisten mit Reis und Wasser auf dem Kopf und am Ende 2 schwitzende Weisse, die auch noch eine riesige Box mit Getraenken trugen). Wir zogen also eine Menge Aufmerksamkeit und Interesse auf uns, weswegen wir ueberall willkommen geheissen wurden und die Leute wirklich interessiert waren an der Schule und an Moeglichkeiten zu helfen!!

So wollten sie auch kein Eintrittsgeld mehr im Memorial Park, nachdem wir erklaerten, dass wir ein Waisenhaus sind, und fuehrten uns nichtsdestotrotz ueberfreundlich herum.

Das Mittagessen war ein weiteres Highlight, da die Kids nicht allzu oft gebratenen Reis mit Gemuse und Haehnchen-Schlegel haben. Dazu gabs Cola, Fanta und Sprite.

Danach gings zurueck zur Schule mit 29 singenden Kids im Bus. Der Fahrer bekam dafuer auch Trinkgeld von uns.

Alles in allem ein ueberaus erfolgreicher Tag, der allen Seiten extrem viel Spass gemacht hat und alles wert war, was an Vorbereitungen und finanziellem Engagement aufgeboten werden musste.

Zu Hause ists zur Zeit schlimmer als in jeglichen Marienhof-Folgen. Wir haben eine 50 Jahre alte Dame aus USA hier, die jeden Tag mindestens 2 mal weint, weil sie alles emotional mitnimmt und die all meinen Kaffee in den letzten Tagen getrunken hat.. Sie ist die einzige, die nicht abwaschen muss und deren Waesche gewaschen wird aufgrund des Respekts vor dem Alter hier...

Ich habe weiterhin Kate in der Schule, die wirklich mehr als nur unselbststaendig ist (wir stehen in Kumasi auf der Strasse, sie braucht Passfotos. In der Strasse sind 10 Friseur-Laeden, 10 Foto-Laeden und 2 Lebensmittellaeden."Oooooooooh, i need passport fotos, do you know a place where i can get some??" Ich komme aus einem der Lebensmittellaeden raus mit einer Fanta "oooooooooooh where did you get THAT from??") und immer nur in ihren Idealen und Vorstellungen lebt, aber einfach nichts umsetzen kann, nichts auf eigene Faust in Erfahrung bringt und herausfindet und es irgendwo auch gar nicht will.

Versteht mich nicht falsch, ich habe ne gute Zeit hier, vielleicht gerade deswegen, da es Kino zum Miterleben ist und ich habe Hayley und Trey, die beide wirklich mehr als nur in Ordnung sind und mir das Leben hier um einiges leichter machen...nur schade, dass Hayley am Montag abreist...

Also ich habe ehrlich gesagt keine Lust, noch mehr zu schreiben, bis dahin, ich wuensch euch was,
Tom

 


Samstag, 08.03.2008oben

Hey ihr,

ich bin's mal wieder! Soweit ist weiterhin alles unglaublich erfolgreich, was Schule und Umgebung betrifft. Man kann sagen, dass ich hier ein zweites zuhause gefunden habe. Ich bin ein fester Teil der Familie geworden, sodass ich nun auch jeden Abend mit unserer Gastfamilie esse und nicht mehr in dem separaten Raum mit den anderen Freiwilligen. Ich geniesse hier im Haus ein sehr hohes Ansehen und bin unglaublich froh, mit den Leuten hier zusammenzuleben und sie kennengelernt zu haben. Das hilft auch enorme ueber das Verhalten der anderen Freiwilligen, die den Verantwortlichen und mir immer noch zu schaffen machen, hinwegzusehen. Es ist selbstverstaendlich geworden, dass einander geholfen wird und auch ich meinen Teil zum grossen Ganzen beitrage, indem ich regelmaessig die Toiletten putze, den Muell verbrenne oder den Abwasch uebernehme. Es ist hier einfach mehr ein Familien-Leben als das Leben in einer Jugendherberge und ich geniesse das in vollen Zuegen!!

Auch habe ich inzwischen eine Menge Freunde in der Umgebung, die immer noch mit mir befreundet sind, obwohl ich von Anfang an klar gemacht habe, dass es bei mir weder Adressen noch Geld zu holen gibt. Da ist zum einen Frank, the Barber: mein Friseur, den ich anfangs fuer meinen superkurzen Haarschnitt gehasst habe, aber wir nun zu richtig guten Kumpels geworden sind. Solomon, der eine "Strasse" weiter wohnt und mit dem ich oft auf seiner kleinen Mauer hock', um das geschaeftige Treiben zu beobachten und uns ueber Frauen und die Welt zu unterhalten. Dann haben wir noch "Half-Naked Man", der Besitzer eines Getraenke-/Alkohol-Ladens, der seinen Namen daher hat, dass er meist nur mit einer Miniatur-Version von Handtuch bekleidet ist. Wir sind der festen Ueberzeugung, dass er durch uns unglaublich reich geworden ist. Ausserdem ist da noch der Direktor meiner Schule, der mich anscheinend doch sehr in sein Herz geschlossen hat und es liebt mich mit seinem - von mir fuer die Schule organisiertem - Handy anzurufen, um mich regelmaessig zum Essen einzuladen, mir ein schoenes Wochenende zu wuenschen oder auch nur, um mich zu fragen, wie es mir geht...Einen dieser Anrufe hatte ich zum Beispiel heute (Samstag) um 7 Uhr (!!) morgens...;-) Die Essens-Einladungen konnte ich bisher nur ein Mal wahrnehmen, was aber unglaublich nett und gemuetlich war.

Das sind so die Hauptpersonen, hinzu kommen noch die ganzen Leute, mit denen man seinen taeglichen Small-Talk austauscht wie mit dem Schweisser Edmorphy (??), den Damen, die mir immer schon meine "Donut-Balls" jeden Morgen in ner Tuete beiseite gelegt haben, mein Feierabend-Kellner Zira, der "BigMama'sCorner" betreibt, wo ich nach einem anstrengenden Tag in der Schule eine Cola oder ein Bier geniesse... Hinzu kommen diverse andere, es waere aber zu viel, alle aufzuzaehlen... Nicht zu vergessen sind natuerlich die Familien-Mitglieder: Gloria als Hauptverantwortliche und Gast-Mutter, immer witzig, immer aufgedreht, haben wir eine sehr gute Verbindung... Big Mama, ein von Grund auf guter und herzlicher Mensch, unsere Koechin und Koch-Lehrerin... Melody, Tina und Ani sind die Toechter von Big Mama und versorgen uns und helfen uns, wo sie nur koennen...Raphael und Juliana sind verantwortlich fuer die Hausbesuche mit den HIV-Freiwilligen und gehoeren nicht zur Familie...Gilbert ist Gloria's Cousin und unser Fahrer, Meschaniker, Elektriker usw., kurz unser Maedchen fuer alles und mit Abstand mein bester Freund hier!! Er hat mir damals auch meinen Tages-Namen gegeben, was einen dann zum Mitglied einer Familie macht...Den Rest der Familie habe ich in Hohoe damals kennengelernt und stehe mit Robert und Alexis (lebt in Togo und spricht unglaublich gutes Franzoesisch) noch in Kontakt...

Mir ist aufgefallen, dass ich nie wirklich ueber das alltaegliche Leben hier berichtet habe, was ich nun an diesem faulen Tag (ich verreise dieses Wochenende nicht) nachholen moechte:

Um 5 Uhr bzw. spaetestens 6 Uhr ist normalerweise nahezu jeder in Ghana auf den Beinen. Es gilt, die Shops, die jedes fuenfte Haus als Familienbetrieb besitzt, herzurichten, Wasser zu schoepfen, den Bereich vor dem Haus (nichts als Sand und Staub) zu kehren (??), (wenn vorhanden) das Auto (meist ein Taxi) zu waschen und Essen vor- und zuzubereiten. Die meisten Maenner gehen zur Arbeit, sofern sie nicht ihren Shop direkt im oder am Haus haben. Fuer den Rest gilt es, die begehrten TroTros aufzuspueren und die raren freien Plaetze zu ergattern. Die Rush Hour ist zwischen 6:30 Uhr und 8:30 Uhr und es ist jeden Tag aufs Neue spannend, ob ein TroTro kommt und ob man einen freien Platz findet. An schwierigen Tagen kann es schon mal vorkommen, dass Leute einfach auf TroTros aufspringen, um die Fahrer zum Anhalten zu zwingen oder aussen mitzufahren. Generell gilt aber dass die TroTro Fahrer auf nichts ausser Ziegen und Huehner Ruecksicht nehmen. Mit 18 Leuten plus Fahrer und Mate gilt es, mit einem VW-Bus oder sogar kleinerem Transporter die Buckelpisten in moeglichst schnellem Tempo hinter sich zu bringen, um in der Rush Hour so viele Touren wie moeglich fahren zu koennen. Fahrplaene, Beschriftungen oder Regelmaessigkeiten gibt es nicht, einzig die Ansage des Mates verraet einem die Richtung des Klein-Busses (wobei es nahezu unmoeglich ist, einen Unterschied in der Aussprache von z.B. "37" und "Circle" zu hoeren, doch da helfen dann Gott sei Dank die Handzeichen). In den TroTros kann man dann alle moeglichen Gruppierungen antreffen. Es kommt vor, dass man ein paar Wasser- und Chips-Verkaeuferinnen antrifft, die einen mit ihren riesigen Schuesseln, die sie normalerweise auf dem Kopf balancieren, fast erschlagen. Man kann Frauen mit lebendigen Huehnern oder Ziegen auf dem Schoss oder auf dem Arm antreffen, Umzuegen beiwohnen oder einfach eine Gruppe, die Lust hat lauthals zu beten, was womoeglich das Sinnvollste ist, da man in einem TroTro voellig machtlos und komplett dem Fahrer ausgeliefert ist, was womoeglich auch die religioesen Aufschriften auf den Heckscheiben erklaert.

Die Taxis sind nicht arg viel besser. Man fuehlt sich schon mal um einiges sicherer, wenn sich die Tueren schliessen lassen und man nicht selber die Tuer auf den Buckelpisten zuhalten muss. Gaengig sind die "Share Taxis", die feste Ziele in der Umgebung haben und dann fahren, wenn das Taxi voll ist. Es kann vorkommen, dass man sofort losfaehrt, aber auch, dass man nach 45 Minuten so verzweifelt und verschwitzt ist, dass man dem Fahrer den doppelten Preis (ca. 70 Cent dann) bietet, damit er endlich losfaehrt. An manchen Tagen hat man das Glueck, die Rueckbank eines Opel Kadett mit 3 sehr beleibten aelteren Damen mit ihren grossen Schuesseln zu teilen. Immerhin laeuft man dann nicht Gefahr, aus dem Auto zu fallen. Wie immer hat alles auch sein Gutes...

Ebenso gaengig ist es, Taxis oder TroTros anzuschieben, wenn es mal wieder Startprobleme gibt. Das Fahren im Allgemeinen ist fuer Europaeer und Amerikaner jedes Mal ein Abenteuer, das einem den Atem anhalten laesst. Wer meint, in Griechenland wuerden die Leute verrueckt Auto fahren, wird hier eines Besseren belehrt werden. Waghalsige Ueberholmanoever auf einer dritten imaginaeren Mittelspur, die das zu ueberholende und das entgegenkommende Auto dazu zwingen, halb im Graben zu fahren, konstantes Hupen, kein rechts vor links, keine Ampeln auf den Kreuzungen, logischerweise kein Respekt vor Zebrastreifen, dafuer aber manchmal Ochsen-Herden auf der Fahrbahn, TroTros, die aus dem Stand am Strassenrand mit Schrittgeschwindigkeit auf die Hauptstrasse fahren und jedes folgende oder kommende Auto zur Vollbremsung zwingen, alles Stossstange an Stossstange, Geisterfahrer, Spurwechsel ohne Ruecksicht auf toten WInkel ("der andere wird mich schon sehen und bremsen"), aber keiner regt sich jemals wirklich auf...alle sind voellig relaxt, bremsen fuer alles ab, schneiden jeden ohne Gefuehlsregung...es gibt keine Moeglichkeit, dies zu beschreiben, man muss es erlebt haben... Zumindest ist man die ersten Tage nicht mal sicher, ob hier Rechts- oder Links-Verkehr vorherrscht, da jeder faehrt, wo es ihm gerade passt oder wo ihm die Strassenverhaeltnisse am Betsen erscheinen.

Um auf die religioesen Aufschriften zurueckzukommen, findet man sie nicht nur auf TroTros und Taxis, sondern ebenso auf jedem Laden- oder Reataurant-Schild. Ein paar Beispiele: "Jesus is the best Plumbin Works", What is written is written Dressmaker", "God is King Barber Shop", "Jesus is my redeemer Internet Cafe", usw.

Religioesitaet ist ein wichtiger Teil des hiesigen Lebens. So ist das ganze Wochenende volles Programm in den Kirchen und man hoert den Gesang bis um 2 Uhr in der Nacht.

Der alltaegliche Tagesablauf derer, die nicht in Accra arbeiten, besteht darin, sich einen schattigen Platz in der Naehe ihres Shops zu suchen und dort vor sich hinzudoesen und sich von Zeit zu Zeit zu bewegen, um im Schatten zu bleiben. An den Staenden werden groesstenteils Orangen, Bananen, Handy-Auflade-Karten, Gegrilltes (Grasscutter ist ein rattenaehnliches Geschoepf und eine Delikatesse hier), Mehl, Zucker, Brot und Wasser verkauft. Wasser bekommt man hier in Plastik-Packs. Man beisst einfach eine Ecke ab, um trinken zu koennen. Neben dem Betreiben der Shops gehoert zu den Aufgaben die Essenszubereitung. Dazu wird meist Banku, eine Art Teig aus geriebenem Mais, hergestellt, indem man in einem riesigen Holztopf die Zutaten so lange mit einem noch groesseren Stab stampft und maltretiert, bis es die optimale Konsistenz hat. Eine wirklich antrengede Arbeit... Ausserdem gehoert das Verbrennen des Muells zu den wichtigen Aufgaben. Jeder Ghanaer ist es gewohnt, seinen Muell fallen zu lassen, wo er geht und steht...Dementsprechend sind die Strassen und Graeben extrem vermuellt, was den entsetzlichen Gestank mancherorts erklaert. Der hauseigene Muell wird auf einen Haufen vor dem Haus geworfen und dort verbannt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Papier oder Plastik oder sonst was.

Sein Geschaeft erledigt jeder (und jede), indem er sich an den Strassenrand oder etwas abgelegen hinstellt und es laufen laesst. Dabei macht es nichts, wenn es mitten in Accra ist und hundert Leute um ihn herum sind. So passiert es auch, dass der TroTro ohne ersichtlichen Grund anhaelt. Wenn der Fahrer dann aber aussteigt, um direkt am Auto sein Geschaeft zu erledigen, weiss jeder, was Sache ist und meist finden sich einige, die die Gelegenheit ergreifen und dem Fahrer Gesellschaft leisten.

Der Verkehr hier ist groesstenteils sehr stockend, weswegen man immer gefuehlte tausend Leute zwischen den Autos herumrennen hat, die Wasser-Packs, "Eis" (ist nach 10 min meist eher Joghurt), Chips, Brot, Toilettenpapier, Shirts, Kleiderbuegel, Waescheklammern, Uhren, Guertel und eine Menge anderer Dinge verkaufen, wobei es dabei haeufig zu erbitterten Kaempfen zwischen den Verkaeufern kommt, wenn zwei das Gleiche verkaufen und darum kaempfen, wer dem "Kunden" sein Wasser verkauft. Allzu verstaendlich und logisch erscheinen die Verkaufstaktiken nicht immer. So hat man auf der Strasse nach Aburi zwei oder drei Kilometer lang Stand an stand und alle verkaufen exakt dasselbe Brot und nichts anderes...(??)

Privatsphaere oder eigenes Grundstueck, das niemand betreten darf, gibt es in diesem Sinne nicht, da die Ghanaer nicht gerne auf den Hauptstrassen laufen, sondern bevorzugen, kreuz und quer durch alle moeglichen "Gaerten" und zwischen Hausern zu laufen.

Die Strassen sind immer erfuellt von blecherner Musik, da jeder zehnte Shop riesige Boxen vor seinem Haus hat, um mit voller Lautstaerke die ganze Strasse zu beschallen, was aber keinen Anwohner zu stoeren scheint, ganz im Gegenteil. Nun ja, sie leben um zu tanzen, wo und wann immer sie koennen...

Beim Einkaufen gilt generell: kein Preis ist fix, also handeln, was das Zeug haelt. Die einzigen Ausnahmen bilden Restaurants und offizielle Supermaerkte mit Preisschildern. Auch die Orangen und Wasser-Packs kosten immer gleich viel (ca. 4 Cent). Die Orangen bekommt man geschaelt, der "Deckel" wird geschnitten und dann wird die Orange gewissermassen ausgesaugt.

Gegessen wird hier generell nur mit den Haenden bzw. nur mit der rechten Hand. Gegruesst wird ebenso nur mit der rechten Hand und Geld oder Ware darf auch nur mit rechts uebergeben werden (die Ausnahme bildet ein essender Verkaeufer. Da die rechte Hand voller Sosse ist, ist es erlaubt, Rueckgeld mit der linken Hand zu uebergeben, auch wenn sie sich dafuer ca. 5 mal entschuldigen).

Ich denke, das sollte als ungefaehres, aber dennoch authentisches Beschreiben vorerst genuegen. Ich werde es noch weiterfuehren, fuer den Moment muesst ihr euch aber damit zufrieden geben.

An aktuellem gibt es nicht allzu viel zu berichten. Hayley ist nach unserem super Wochenende im Regenwald am Montag abgereist. Da wir doch eine sehr intensive Bindung hatten, vermisse ich sie doch sehr und es ist schade, dass sie gehen musste!!

Ansonsten geht in der Schule alles seinen Gang und ich bin froh, wieder alleine dort zu arbeiten!!

Donnerstag und Freitag waren frei diese Woche, da am Donnerstag Ghana's 51. Independance Day war, was hier natuerlich gross gefeiert wurde!!

Wir haben mit unserem Trinkspiel zu Ehren von Kwame Nkrumah (Nkrumah-Porch-Game) schoen mitgefeiert und waren alle guter Stimmung...

Ganz liebe und herzliche Gruesse,

Tom

 


Montag, 10.03.2008oben

Hey ihr,

ich bin's schon wieder!! Also gestern hatten wir den ersten Regen seit 9 Wochen, was uns Weisse unglaublich gefreut hat!! Wir sind wie kleine Kinder im Regen rumgesprungen und haben uns ueber den Niederschlag mehr als nur gefreut. Sehr zur Verwunderung unserer Betreuer, die uns alle aus der Kueche beobachtet haben....

Das faule Wochenende haben wir alle sehr genossen, da endlich mal Zeit zum Entspannen und Abschalten gab...

Heute war ich wieder in der Schule und deswegen versuche ich nun mal, mein Leben in der Schule zu beschreiben:

Meine Arbeit in der Schule laesst sich wie folgt beschreiben: Um 8:30 Uhr laufe ich los. Mein erster Stop erfolgt an Solomon's Haus, wo erst mal Small Talk mit der gesamten Familie gehalten wird, da die gesamte Ecke mit 5 verschiedenen Shops ein grosser Familienbetrieb ist. Dann geht's weiter zum Schweisser Edmorphy, der - nachdem er mir schon all seine Arbeiter und alle Ladenbesitzer drumherum vorgestellt hat - immer noch neue Leute findet, die ich kennenlernen muss. Gleich um die Ecke befinden sich 2 kleine Staende, die von 2 Schwestern (auch wenn man nie weiss, ob mit "sister" oder "brother" leibliche Geschwister gemeint sind) betrieben werden. Hier kaufe ich jeden Morgen meine 2 "Donut-Balls", die nun immer schon fertig hingerichtet in einer Tuete auf mich warten. Dort bekomme ich auch meinen taeglichen Heiratsantrag. Darauf folgt die lange Strasse, auf der es nicht wirklich etwas Interessantes gibt. Lediglich hier und da abgebrannte Felder sorgen fuer Abwechslung. Am Ende der Strasse jedoch befindet sich Big Mama's Corner. Hier halte ich morgens nicht allzu lange zum Schwaetzen, da ich nachmittags nach der Schule meist dort einkehre. 150 Meter weiter findet man dann ein unauffaelliges rotes Tor, das nur einen Blick auf die "Zinnen einer Ruine" zulaesst. Wenn man das Tor oeffnet, betritt man meine Schule. Sobald mein Gesicht im Tor sichtbar wird, stroemt eine Masse an Kindern aus der Ruine, um mich zu begruessen, mir meine Taschen abzunehmen, auf mir herumzuklettern und zu singen. Nachdem ich mir letztendlich einen Weg durch die Horde von Kindern im Hof zum Gebaeude erkaempft habe, begruesse ich erst mal den Direktor, Verwandte und die Damen, die fuer die ganz Kleinen und das Kochen verantwortlich sind. Nachdem dann noch der TroTro vor der Schule haelt, kommen weitere Kinder, sodass man bald den Ueberblick verliert. Nachdem alles Wichtige geschwaetzt ist und alle Kinder in dem ihnen zugeordneten Raum sind, beginnt der Unterricht. Bewaffnet mit Kreide und Stock liegt es nun an mir, die Kids fuer die naechsten Stunden zu unterhalten, ihr Interesse zu wecken, sie unter Kontrolle zu halten und die groebsten Schlaegereien zu unterbinden. Angefangen in der Schule haben Rory und ich mit Kreide und einer Tafel. Inzwischewn haben wir dank all der Freiwilligen eine Menge Buecher, Stifte, Farben, Scheren, Papier, Bastelpapier, Malbuecher, Klebstifte usw. Das meiste davon hat Kate aus Amerika mitgebracht. Sie konnte aber aufgrund ihrer kurzen Zeit und ihrer Probleme mit der Klasse nicht allzu viel davon nutzen, was mir nun natuerlich extrem entgegenkommt, da ich nun eine Menge Materialien habe. Die Kids und ich geniessen das und basteln, malen und schreiben, was das Zeug haelt! Wir haben schon kleine Schmuckboxen, Untersetzer, Blumen, Karten usw. gebastelt. Es ist eine vollkommen neue Erfahrung fuer die Kids und ich bin froh, diese Momente mit ihnen teilen zu duerfen. Sie werden von mir in Englisch, Mathe und Geographie (ich habe inzwischen einen Globus, eine Welt-, eine Afrika- und eine Ghana-Karte organisiert) unterrichtet. Zurzeit machen wir etwas weniger Fortschritte als am Anfang, da zurzeit doch mehr Spass, Basteln und Spielen im Vordergrund steht. Ich denke, das ist voellig ok, denn sie geniessen es und man darf nicht vergessen, dass die meisten im Grundschul- oder Kindergartenalter sind.

Um 11 Uhr wird dann mit einer Handglocke das Zeichen zur Pause gegeben. Nun heisst es fuer mich Fussball spielen, Kids in der Luft herumwirbeln, Babies fuettern usw. Um 11:30 Uhr geht's weiter. Gegen 13:30 Uhr haben wir nochmal eine halbe Stunde Pause fuers Mittagessen. Zwischen 14:30 und 15:00 Uhr geht mein Unerricht zu Ende.

Mit den aelteren Jungs gilt es dann, im Garten zu arbeiten, Material fuer das Dach zusammen zu suchen oder mit Atinga's Vater den Bau des Daches voranzutreiben. Gegen 16 Uhr verlasse ich unter lautem Geschrei die Schule und geniesse ein paar ruhige Minuten mit einem kalten Getraenk in Big Mama's Corner, ehe ich den Heimweg mit erneutem Small-Talk antrete. Zu Hause wartet dann (endlich) mein Mittagessen auf mich und der Rest des Nachmittages gilt dem Relaxen, Waesche waschen oder zum Internet Cafe laufen. Um Abwechslung zu haben, gehe ich immer mal wieder nach Accra an den Strand oder ich besuche Solomon oder Frank. Aufgrund der Schwuele ist es mir leider nicht moeglich, Sport zu treiben...

Nach dem Abendessen sitzen wir dann meist alle zusammen auf der kleinen Veranda vor Trey's und meinem Zimmer, trinken ein kuehles Bierchen und haben grandiose Film-, Poster- und T-Shirt-Ideen. Niemand, der noch nie einen nigerianischen Film gesehen hat, kann behaupten, einen w i r k l i c h schlechten Film gesehen zu haben.

Das ist eine grobe Zusammenfassung meines alltaeglichen Lebens hier, das ich groesstenteils wirklich sehr geniesse.

Trey's Zeit hier geht nun in 2 Wochen leider zu Ende. Bleibt nur das stete Hoffen auf neue Freiwillige. Mom Kathy "haelt's hier nicht mehr aus" und reist heute Nacht ab (Party ist angesagt und schon geplant).

Nur noch 4 Wochen, dann muss auch der Mann des Hauses Abschied nehmen ;-)

Zuerst gilt es nun aber, das Dach fertig zu kriegen, der heftige Regen gestern hat uns gezeigt, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt und wir haben noch eine Menge zu tun, aber wir haben absolut kein Material mehr und da zur Zeit jeder ausbessert, repariert und erneuert, ist es unglaublich schwer, Materialien umsonst zu bekommen...

Am Mittwoch kommt der von mir organisierte "Schul-Fotograph", damit wir mal "lassen"-Bilder machen koennen...

Soweit so gut, ich wuensch euch was,

Tom aka Kosi Bruni

 

zum Seitenanfang

 

wong favoriten linksilo icio Linkarena oneview seekxl twitter_de Yigg del.icio.us Digg facebook Google Yahoo

____________________________________
Copyright © 2006 - 2016 Global-Volunteers.de
letzte Überarbeitung: 27.12.2012