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Erfahrungsbericht

Unterricht buddhistischer Mönche in Nepal

"Ja ich würd es wieder tun!" Meine Antwort, auf die zweit häufigste mir gestellte Frage, gleich nach meiner Rückkehr aus Nepal. "Und wie war's?" , lässt sich allerdings nicht so kurz und knapp beantworten. Hinter jenen Adjektiven, wie schön, abenteuerlich, bereichernd u.s.w. verbergen sich eine Vielzahl an Erlebnissen, denen eine oberflächliche Beschreibung dieser Art nicht gerecht werden würde.

Ich habe mich für die Reise nach Nepal entschieden, weil ich schon immer von der Hinduistischen und Buddhistischen Kultur sehr fasziniert war. Aber um einen wirklichen Eindruck und Einblick in eine solch andere Kulturwelt zu bekommen, muss man einfach seine Sachen packen und ins Land selbst mit seinen Bewohnern, Traditionen und Religionen, eintauchen. Und ich dachte mir, wo bin ich näher am Ursprung, als in einem buddhistischen Kloster?

Es kam dann doch vieles anders als erwartet, zum Beispiel war ich bei einer Gastfamilie mit 7 anderen Freiwilligen untergebracht und nicht wie geplant direkt im Kloster. Aber auf solch einer Reise muss man sowieso offen auf jeden Tag zu gehen und im Endeffekt hat mir der Austausch mit den anderen Volunteers über ihre Erfahrungen immer sehr geholfen. Ich kam dann aber natürlich doch noch zu meinen Mönchen. Ich freundete mich in meiner Unterkunft mit Liv einer dänischen Studentin an und auf Wunsch, wurde es uns ermöglicht gemeinsam im Kloster Englisch zu unterrichten. Wir nahmen dann für 4 Wochen den Direktor und 3 weitere Mönche, die als tibetische Lehrer in dem uns zugeteilten Kloster tätig waren, unter unsere Obhut. Die meisten der Freiwilligen, die sich entschieden hatten, Mönche zu unterrichten, übernahmen die Betreuung von den jüngeren ("Nachwuchsmönchen"). Julia unterrichtet Nachwuchsmönche in KatmanduWir freuten uns aber sehr über die Möglichkeit "die Lehrer" zu unterrichten, weil sie das erworbene Wissen dann auch in ihrem Unterricht weitergeben konnten. Es war am Anfang nicht immer leicht sie zu verstehen aufgrund ihrer schlechten Aussprache und ihrem geringen Vokabular. Aber genau dort setzten wir dann im Unterricht an und im Laufe der Wochen wurden die Unterhalten mit den Mönchen immer einfacher und wir erfuhren viel über sie und die Traditionen und Sitten in ihrem Kloster. Sehr spaßig war auch immer die Anfahrt zu diesem Ort. Wir mussten den öffentlichen Bus nehmen und dies ist in einem Entwicklungsland, wie Nepal, immer ein Abenteuer. An manchen Tagen fuhren die Busse ständig, dann wiederum war ein Streik, von dem wir nichts wussten und der Fahrpreis änderte sich auch täglich. Aber trotzdem war das öffentliche Verkehrssystem ganz gut organisiert, ich meine ich hatte eigentlich erwartet, dass es dort so etwas gar nicht gibt. Ich habe überhaupt viel gesehen, was ich nicht erwartet hätte. Ich wusste nicht, dass dort so viele Autos unterwegs sind und man das Gefühl bekommt, dass jeder zweite sein Geld mit Taxifahren verdient. Auch hatte ich erwartet viel mehr Menschen bettelnd auf der Straße vorzufinden oder allgemein einer schlechteren Lebensstimmung zu begegnen. Damit möchte ich aber keinesfalls sagen, dass dieses Land nicht arm ist und man die Armut nicht an jeder Ecke wahrnehmen kann, aber es sind trotzdem viele Fortschritte sichtbar und die Menschen kommen mit den Bedingungen, unter denen sie Leben müssen, sehr gut zurecht. Außerdem begegnete mir die asiatische Freundlichkeit jeden Tag und ich fühlte mich zu meiner Verwunderung nie unwohl oder irgendwie in eine gefährliche Situation gebracht. Da musste ich am Ende meiner Reise erkennen, wie wenig ich selbst und auch Freunde Zuhause über das wirkliche Leben in einem ärmeren Land, wie Nepal, wissen.

Julia badet ElefantenAls besonders schön habe ich auch die Möglichkeit empfunden, in meiner Freizeit, das Land zu erkunden. Mein persönlich tollstes Erlebnis in der Natur Nepals, hatte ich auf einem 4- tägigen Safariausflug in den Nationalpark Chitwan, im Süden. Ich bekam dort die Möglichkeit mit einem Elefanten im Fluss zu baden. Ganz unerwartet erklärte uns der Guide, wir müssten uns nur die Schuhe ausziehen und dann können wir gleich mit Kleidung in den Fluss zu den Elefanten stürzen. Natürlich waren Aufpasser dabei, damit nichts passieren konnte.

Es gebe noch sehr sehr viel zu erzählen, aber am Besten ist es: "Do it youself"! Denn so wie es auch mit dem Interesse an anderen Religionen und Kulturen ist, die besten Erfahrungen, sind die, die man selbst erlebt!!!!

Julia Hauer

Juli/ August 2011

 


 

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letzte Überarbeitung: 06.03.2012