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Erfahrungsbericht

Freiwilligendienst bei MEPS in Tansania

Ich nahm für 6 Wochen an dem Programm bei MEPS in Kisangara teil und hatte dort eine wunderschöne Zeit, mit Erfahrungen die ich nicht mehr missen möchte.

Bereits vor der Reise hatte ich einen supernetten Kontakt zu Global Volunteers, fühlte mich gut vorbereitet und informiert. Auch bei Fragen und Problemen konnte ich aus Tansania direkten Kontakt mit Global Volunteers aufnehmen, die sie sich dann sofort um mein Anliegen gekümmert haben. Absolut lobenswert!

Ich ließ mich am Flughafen abholen, was reibungslos geklappt hat, denn dort wurde ich herzlich von Hassani und Photo empfangen, die mich zu meinem neuen Heim brachten. Ich wohnte in einem Zimmer in Grace’s Haus, sozusagen meiner „Gastmutter“, wurde in den Alltag integriert und konnte das echte afrikanische Leben in allen Zügen spürenJ. Gleich nach meiner Ankunft bin ich zur Schule neben dem Wohnhaus gelaufen. Sie scheint in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden zu sein, denn für das kommende Schuljahr ist eine weitere Klasse geplant (5.Schuljahr). Dort führte mich Peter, einer der Lehrer, herum und machte mich mit vielen weiteren Mitarbeitern an der Schule bekannt, die sich alle freuten, dass ich gut angekommen bin und mich herzlich empfingen. Das Gefühl hatte ich auch bei Grace, der „Hausherrin“ und Schulgründerin. Am Abend erst lernte ich die anderen drei Mädels kennen, die ebenso Volontäre waren. Wir haben uns in den 1 ½ Monaten angefreundet und viele schöne Erlebnisse gehabt, bei denen uns nicht langweilig wurde.
Meine Aufgabe, die Kinder zu unterrichten, begann leider erst einige Tage später, denn zur Zeit meiner Ankunft wurde das monatliche Examen geschrieben, das etwa drei Tage dauert, an denen dann kein Unterricht stattfindet. Somit gab es zwar nicht viel Arbeit, dennoch half ich direkt mit den Korrekturen, was mir Freude bereitete. Nebenbei lernte ich das afrikanische Schulsystem und die Lehrerausbildung durch interessante Gespräche im Lehrerzimmer kennen. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Tansanier sehr an unseren Ideen und unserer Art zu unterrichten interessiert waren. Sie waren stets offen und freundlich und versuchten uns in den Schulalltag zu integrieren. So lasen wir zum Beispiel nach dem Abendessen den Kindern Geschichten vor oder bastelten am Nachmittag eine große Schlange aus gesammelten Toilettenpapierrollen, tanzten Tänze und knüpften Freundschaftsbänder.Ines beim Unterricht
Wer sich dem Unterrichten widmen möchte: Es gibt kaum Materialien und Werkzeuge wie Scheren, Klebstoff oder Spitzer, aber bekanntlich macht Not erfinderisch ;) Der afrikanische Alltag und vor allem der Begriff von Zeit hat in Tansania eine ganz andere Bedeutung als für uns Europäer, denen es schwer fällt, mal ein oder zwei Stunden nichts zu tun. Diese Gelassenheit habe ich zumindest ein Stück auch mit nach Hause nehmen können.
Wenn ich auch nur relativ wenig Zeit mit den Kindern verbringen konnte, da ich kurz vor den Ferien angereist bin, hat es mir unglaublichen Spaß gemacht, die Freude in ihren Gesichtern zu sehen, wenn wir mit ihnen mal „anders“ Schule gemacht haben. Ich brachte ihnen zum Beispiel ein Guten- Morgen- Lied bei, dass sie immer wenn sie mich sahen, angefangen haben zu singen. Das hat mich sehr gerührt.

Das afrikanische Bildungssystem ist mit unseren natürlich nicht zu vergleichen, dennoch sind sie bemüht, ein grundlegendes Wissen zu vermitteln. Was mich jedoch etwas schockiert hat, war die Art, wie die Erwachsenen sowie die Kinder mit den Materialien, die sie hatten, umgegangen sind. Jeden Tag lagen Hefte und Stifte kreuz und quer auf dem Boden, lediglich gefegt wurde immer mit viel Disziplin. Das war aber auch notwendig, wenn es die Nacht zuvor geregnet oder gestürmt hatte und die ganze rote Erde nun im Klassenzimmer verteilt war.
Landschaft um KisangaraDie Schule liegt nahe der Hauptstraße, welche die größeren Städte verbindet, was ein riesengroßer Vorteil ist. Da uns zwei Autos zur Verfügung standen (internationaler Führerschein ist von Vorteil) konnten wir öfters mit ihr ins etwa eine Stunde entfernte Moshi fahren und dort einkaufen, ins Internetcafé oder Essen gehen. Gemeinsam haben wir auch die Marangu-Wasserfälle, andere Schulen und eine Farm besucht. Grace hatte immer ein offenes Ohr für uns, gab uns Tipps zu Ausflugszielen, vermittelte mir eine tolle Safari und versuchte uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich es keinesfalls bereut habe und jedem empfehlen kann, die Schule in Kisangara zu besuchen. Das Dorf ist sehr freundlich und einige Bauern laden einen sogar zu einem Hausbesuch ein. Im Voraus ein paar Sätze Suaheli lernen, das hilft ungemein weiter ;). Es macht so viel Spaß das Landleben und die Menschen kennen zu lernen. Jeder heißt dich willkommen und grüßt dich. Ich habe nur einmal eine Situation erlebt in der ich mich etwas unsicher fühlte: Auf einer turbulenten „Dalla Dalla“-Fahrt nach Moshi ;) Aber halb so wild. Man muss sich einfach bewusst darüber sein, in welches Land und in welch fremde Kultur man sich begibt. Wenn man sich entsprechend verhält, ist es unglaublich einfach, auch allein als junge Frau oder zu zweit zu reisen, was mich sehr überrascht hat. Natürlich fällt man überall auf und jeder spricht über uns „Mzungu“, aber ich habe es nie in unangenehmer oder belästigender Art erfahren.

Das Land hat so viel zu bieten und ist so unterschiedlich, wie man es sich kaum vorstellen  kann. Die Landschaft ist traumhaft und auf kurzen Streckenabschnitten so wechselhaft. Busreisen lohnt sich also, denn man sieht wahnsinnig viel! Die Pare-Mountains in Kisangara erstrahlten Anfang November in saftigem Grün und auch eine Kindorokko-Bergbesteigung lohnt sich. Wenn sie auch anstrengend ist, ist sie ebenso abenteuerlich. Den Kilimanjaro kann man in der Ferne von der Haustür aus erblicken, wenn es nicht zu wolkig ist. Jeden Morgen haben mich ein Heer von Insekten und Vögeln mit ihrem Zirpen und Zwitschern geweckt, nicht zuletzt auch die Rufe aus der Moschee am Ortseingang. Ich habe leckeres afrikanisches Essen genossen, (aber dennoch empfiehlt sich wirklich ein kleiner Vorrat an Nutella, Müsli oder ähnlichem, besonders fürs Frühstück), in Bottichen gewaschen, mich auf die Stromausfälle am Mittwoch eingestellt, jeden Tag kalt geduscht und vieles mehr.

Ushongo Beach am Indischen OzeanEs war einfach zauberhaft. Bei einem Ausflug an die Küste, wo Grace’s Schwester wohnte, lernte ich die Unterwasserwelt des Indischen Ozeans kennen und genoss drei Strandtage in einem Beach Resort. Unvergesslich sind natürlich der Besuch eines afrikanischen Wochenmarktes, der in den bunten Farben erstrahlt, eines echten Massaidorfes und eine Safari in den zahlreichen Nationalparks Tansanias. Wenn ich zurückdenke, was ich in der doch so kurzen Zeit alles gesehen und erlebt habe und was ich hier gar nicht alles aufzählen kann, bin ich wirklich glücklich darüber, diesen Schritt gewagt zu haben. Allein nach Afrika!

„Asante sana“ an Global Volunteers und „Safari njema“ an alle, die sich auch auf Abenteuerreise begeben möchten!

Ines Hackbeil, 24



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letzte Überarbeitung: 27.12.2012