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Erfahrungsbericht

Freiwilligenarbeit in Togo

Thomas aus Offenbach war im Januar und Februar 2010 in Togo und berichtete uns von seinen ersten Eindrücken seiner Freiwilligenarbeit:

Trotz einer Verspätung von zwei Stunden (Aufgrund des Schneetreibens in Frankfurt und einer Polizeikontrolle in Accra) bin ich gut in Lomé angekommen. Der Flughafen dort ist relativ klein, deshalb hat das Abholen auch gut geklappt. Da der Chef von Campagne des Hommes (der Organisation hier) in Lomé wohnt und sein Auto eine Panne hatte, habe ich die ersten Stunden in Lomé verbracht, wie viele andere Freiwillige auch. Dort konnte ich mich ausruhen und zum ersten Mal bemerken, dass ich auf einem anderen Kontinent bin. Heiße Temperaturen, Gewänder als Kleidung, Sand- und Geröllpisten, freilaufende Ziegen, Palmen, Gelassenheit, defekte Autos, Schlaglöcher, Verkaufsstände an den Straßenseiten und hohe Hausmauern. Das waren einige meiner ersten Eindrücke von Togo. Mittags konnte ich auch bei der Zubereitung des Essens zuschauen. 'les pates', was neben 'fufu' anscheinend eines der Nationalgerichte Togos ist, war das erste togoische Gericht, dass ich hier gegessen habe. Es wird aus Mehl mit Wasser vermischt hergestellt, dazu gab es eine grüne Soße mit Fleischstücken. Nachmittags sind wir dann zu meiner Gastfamilie nach Kpalime gefahren. Ich wohne nun zusammen mit einem anderen deutschen Freiwilligen bei einer togoischen Familie, da diese 3 Gästezimmer hat. Dusche und Toilette gibt es hier wie in Deutschland auch, manchmal wird jedoch das Wasser oder der Strom abgestellt, dann muss man das Wasser aus dem Brunnen holen. Meine Gastfamilie ist bisher immer sehr nett, freundlich und humorvoll zu mir gewesen. In der Familie leben die Gastmutter, der Gastvater, deren beiden Söhne sowie deren Nichte und die Grandemère. Abends verkauft meine Gastmutter vor dem Haus frittiertes Essen, weswegen auf der Straße immer etwas los ist. Ich finde es ist immer interessant, dass Leben auf der Straße vor dem Haus zu beobachten. Man kommt dort sehr einfach in Kontakt zu den Einheimischen, die meiner Meinung nach sehr offen und gastfreundlich sind. Ich wurde hier auch schon oft auf der Straße angesprochen, wie ich heiße, wo ich herkomme und wo ich hier arbeite. Vor allem die togoischen Kinder rufen den Weißen hier manchmal nach. Ich hatte nur anfangs noch große Probleme die Togoer zu verstehen, da das Französisch, dass hier gesprochen wird schon anders ist, als das Französisch, dass ich in der Schule lernte. Mittlerweile verstehe ich die Einheimischen besser und habe mich mit der Sprache etwas 'angepasst'.

Meine Verständnissprobleme führten aber unter anderem dazu, dass ich nicht in einer Schule eingesetzt wurde, sondern nun in einem Kindergarten (oder Kindertagesstätte) arbeite. In dem Kinderheim, das ich als zweites Projekt angegeben hatte, wohnen momentan keine Kinder, deshalb konnte ich dort auch nicht eingesetzt werden. Die Arbeit (Eigentlich kann man das nicht arbeiten nennen) in dem Kindergarten gefällt mir aber dennoch. Ich arbeite entweder morgens von 8 Uhr bis 11:30 Uhr mittags, oder nachmittags von 14:30 Uhr bis 17 Uhr. Außer mir arbeiten dort noch zwei weitere Freiwillige und 3 festangestellte Mitarbeiterinnen, die eigentlich den Großteil der Arbeit dort leisten. Ich wechsle mich mit den anderen Freiwilligen so ab, dass immer Jemand da ist, um die Mitarbeiterinnen zu unterstützen. Die Kinder dort sind zwischen 1 und 3 Jahren alt und sprechen nur wenig französisch. Der Kindergarten unterscheidet sich schon von den Kindergärten in Deutschland, da ich mit den Kindern keine Spiele wie Memory beispielsweise spielen kann. Malen oder zeichnen mit den Kindern ist auch eher schwierig. Die meiste Zeit sitze ich da und passe auf, dass sich die Kinder nicht gegenseitig schlagen oder ärgern. Was aber nicht heißen soll, dass die Kinder nur brutal sind, im Gegenteil, ich finde sie sehr liebenswert. Zu den Aufgaben der Freiwilligen zählt auch das Verteilen des Frühstücks und des Mittagessens. Zwischen 12 und 14 Uhr schlafen die meisten der Kinder. Wenn ich morgens arbeite, gehe ich meistens gegen 11:30 Uhr nach Hause, da es um etwa 12 Uhr Mitttagessen gibt. Anschließend ist Mittagspause, in der auch viele Geschäfte geschlossen haben. Nachmittags kann man sich entweder mit anderen Freiwilligen treffen, auf den Markt gehen oder mit Togoern etwas unternehmen. Außer mir sind noch etwa 15 andere Freiwillige bei Campagne des Hommes beschäftigt, die meisten sind aus Deutschland oder der Schweiz. Man bekommt jedoch des Öfteren mit, dass einer der Freiwilligen entweder an Malaria oder Magenproblemen leidet. Es empfiehlt sich denke ich eine Malariaprophylaxe einzunehmen, was aber nicht heißt, dass man dann nicht daran erkranken kann. Die Symptome sind aber anscheinend nicht so stark, wenn man vor der Einreise eine Prophylaxe eingenommen hat. Aber selbst wenn man hier krank wird, gibt es viele Medikamente und eine Art privat Krankenhaus, in dem man als Projekt auch arbeiten kann.

Zu sehen gibt es in Togo sicherlich vieles. Ich habe schon zwei Ausflüge gemacht, der erste zu einer Residenz des ehemaligen Staatspräsidenten auf einem Berg, der andere zu einer Art Kloster. Beide Ausflüge habe ich mit Togoern gemacht, die mich mit Motos (Motorrad auf dem bis zu 3 Leute fahren können) abgeholt haben. Ich habe auch schon viele Togoer getroffen, die mir andere Ausflüge angeboten haben. Wenn man durch die Straßen läuft, wird man des Öfteren angesprochen und kann so schnell neue Leute kennenlernen. Viele der Einheimischen sind eher locker und gelassen drauf. Ich finde auch, dass man hier viel langsamer und leiser spricht als in Deutschland, woran man sich aber denke ich schnell gewöhnt. Das Leben hier spielt sich meiner Meinung nach viel langsamer ab als in Deutschland. Wenn man nicht genau pünktlich (Oder gar nicht) zu einer Verabredung kommt, ist das hier nicht ganz so schlimm wie in Deutschland.

Abends kann man Kpalime auch noch einiges Unternehmen. Vor allem freitags und samstags gibt es zahlreiche Kneipen mit lauter Musik. Ich habe sehr schnell Gefallen an der gelassenen Mentalität hier gefunden.



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letzte Überarbeitung: 25.06.2012